/
BauO NRW verständlich erklärt – für Soest, Lippstadt, Werl

Terrassenüberdachung Baugenehmigung NRW – was verfahrensfrei ist

Wenn Sie nach dem Lesen eine Anfrage stellen, meldet sich ein Fachbetrieb aus der Region und spricht Maße, Abstände und Bebauungsplan beim Aufmaß mit Ihnen an. Die Verantwortung für die Zulässigkeit bleibt beim Bauherrn – deshalb lohnt der Blick in die Regeln vorab. Offene Punkte klärt das Bauamt der Stadt.

Kostenlos anfragen

▼

In vier Schritten zur sicheren Planung

Beton wird in das Fundament eines Terrassendach-Pfostens gefüllt

Fläche und Tiefe prüfen

Nach § 62 Abs. 1 BauO NRW ist eine Terrassenüberdachung verfahrensfrei, wenn sie höchstens 30 m² Fläche hat und nicht tiefer als 4,50 m ist. Beide Grenzen gelten zugleich. Ein Beispiel: Ein Dach von 6 × 5 m kommt genau auf 30 m², ist mit 5 m aber zu tief und braucht deshalb ein Verfahren. Messen Sie die Tiefe von der Hauswand bis zur Vorderkante der Konstruktion, nicht nur bis zum letzten Pflasterstein.

Dichtband wird auf den Aluminiumsparren einer Terrassenüberdachung aufgebracht

Bebauungsplan ansehen

Verfahrensfrei heißt nicht rechtsfrei. Der Bebauungsplan Ihres Grundstücks kann baubare Flächen, Dachformen oder Gestaltungsvorgaben festlegen, und in manchen Gebieten gibt es eine Gestaltungssatzung. Liegt das Haus im Außenbereich, greift § 35 BauGB. Den Bebauungsplan können Sie bei der Stadt einsehen, oft auch online. Schauen Sie vor der Bestellung hinein, nicht erst danach. Achten Sie dabei auch auf Vorgaben zu Farbe oder Material, falls Ihr Viertel einheitlich gestaltet ist.

Bohren des Rinnenprofils einer Aluminium-Terrassenüberdachung vor der Montage

Abstand zum Nachbarn klären

Auch für verfahrensfreie Anbauten gelten die Abstandsflächen nach § 6 BauO NRW und das Nachbarrecht. Bei Reihenhäusern und Doppelhaushälften steht die Terrasse oft direkt an der Grenze. Ein offenes Dach ist dort anders zu bewerten als ein geschlossener Raum. Sprechen Sie frühzeitig mit dem Nachbarn – das erspart später Ärger, auch wenn es rechtlich nicht in jedem Fall vorgeschrieben ist. Halten Sie fest, wie weit die geplanten Pfosten von der Grenze entfernt stehen.

Monteur hebt eine Glasscheibe für das Terrassendach mit einem Saugheber an

Spätere Seitenwände mitdenken

Wer die Überdachung mit Seitenwänden oder Glasschiebewänden schließt, schafft baurechtlich schnell einen Wintergarten. Für ihn gilt: verfahrensfrei nur bis 30 m² Brutto-Grundfläche, bei Gebäudeklasse 1 bis 3 und mit mindestens 3 m Abstand zur Nachbargrenze. An der Grenze eines Reihenhauses ist diese Bedingung meist nicht erfüllt. Planen Sie also heute schon, was morgen dazukommen soll. Auch das gehört deshalb schon in die erste Anfrage an den Fachbetrieb, damit Profile und Statik von Anfang an passen.

Terrassenüberdachung ohne Baugenehmigung: was trotzdem zählt

Die Frage nach der Terrassenüberdachung Baugenehmigung stellt sich fast jeder Bauherr. In NRW ist die Antwort für übliche Größen erfreulich einfach, aber sie hat Haken. Verantwortlich dafür, dass die Überdachung zulässig ist, ist immer der Bauherr – nicht der Betrieb, der sie montiert. Deshalb sollten Sie die Punkte unten vor der Bestellung klären, nicht danach.

Neben Fläche und Tiefe spielen Denkmalschutz, der Bebauungsplan und die Abstandsflächen eine Rolle. Die Statik – Schnee- und Windlast am Standort – berechnet der Fachbetrieb; sie hat mit der Genehmigungsfrage nichts zu tun, muss aber in jedem Fall stimmen.

Für einen Carport gelten eigene Grenzen: verfahrensfrei bei einer mittleren Wandhöhe bis 3 m und insgesamt bis 30 m² Brutto-Grundfläche, außer im Außenbereich.

Wenn Sie Ihre Pläne konkret machen möchten, lesen Sie weiter zur Terrassenüberdachung in Soest oder zum Wintergarten. Die Anfrage stellen Sie über das Formular – notieren Sie dort die geplante Breite und Tiefe, dann kann der Fachbetrieb die Grenzen gleich mit Ihnen besprechen.

Fragen zur Baugenehmigung in NRW

Bis 30 m² Fläche und bis 4,50 m Tiefe. Beide Werte müssen eingehalten werden. Größere oder tiefere Überdachungen brauchen ein Verfahren beim Bauamt.
Ja, beide Grenzen gelten gleichzeitig. Ein Dach mit 30 m² kann trotzdem genehmigungspflichtig sein, wenn es tiefer als 4,50 m ist. Deshalb ist bei großen Terrassen eher die Breite als die Tiefe der Spielraum.
Nein. Verfahrensfrei heißt nur, dass kein Bauantrag nötig ist. Bebauungsplan, Abstandsflächen, Denkmalschutz und Nachbarrecht gelten weiterhin.
Für offene Überdachungen gelten die Abstandsflächen nach § 6 BauO NRW. Für einen Wintergarten ist die Verfahrensfreiheit ausdrücklich an mindestens 3 m Abstand zur Nachbargrenze geknüpft. Bei Reihenhäusern ist das der häufigste Stolperstein.
Der Bauherr, also Sie als Eigentümer. Der Fachbetrieb spricht die Punkte beim Aufmaß an, die rechtliche Verantwortung bleibt aber bei Ihnen. Im Zweifel fragen Sie vor der Bestellung beim Bauamt nach.
Sie können es werden: Mit geschlossenen Seiten wird aus der Überdachung baurechtlich ein Wintergarten. Dann gelten dessen Grenzen – Brutto-Grundfläche, Gebäudeklasse und Grenzabstand.

Terrassenüberdachung mit Fachbetrieb planen

▼
Terrasse mit vorbereiteten Fundamenten vor dem Aufbau einer Terrassenüberdachung